Die Soldaten
Der amerikanische Bürgerkrieg war beendet, die Konföderierten Soldaten in die
Heimat entlassen und die Armee der nun wieder Vereinigten Staaten von Amerika
wurde reorganisiert. Einige Konföderierte Soldaten, die bereits vor dem Bürgerkrieg in
der Armee waren, traten nun in die US Armee ein. Viele Freiwilligenregimenter wurden
aufgelöst und die Soldaten nach Hause geschickt.
Anders als in vielen Western, war das Leben der Soldaten häufig
monoton, einsam und gefährlich. Denn die US Armee war in allen Teilen
dieses riesigen Landes vertreten, von Nord bis Süd. Entsprechend ihrer
Einsatzgebiete waren auch die Soldaten ausgerüstet.
Wer in die Armee ging um reich zu werden, der wurde schnell eines
Besseren belehrt. Denn ein einfacher Kavallerist erhielt pro Monat einen
Sold von 13 $, ein Infanterist nur 11 $. Ein einfacher Arbeiter in einer Fabrik oder
einem Laden erhielt in der Regel schon 16 $, dafür waren Unterkunft und Verpflegung
bei den Soldaten frei.
Wenn von der US Armee die Rede ist, darf man auf keinen Fall außer Acht lassen, was
die Soldaten antrieb, sich mehr oder weniger für den Auftrag den sie hatten, zu
engagieren. In vielen Fällen war es die Sicherheit die ihnen die Armee bot. Etwas zu
essen, Sold und die Möglichkeit auf eine kleine Rente. Gerad nach dem Bürgerkrieg
wussten viele Männer nicht wohin, denn sie hatten nicht selten Familie und Haus
verloren, die Armee war alles was sie hatten. Jedoch änderten sich diese Motive im
Laufe der Jahre und es galt nun die Nation vor den Feinden der Zivilisation zu
verteidigen – den Indianern. Wer jedoch die Laufbahn eines Offiziers einschlug der
hatte gute Chancen hier Karriere zu machen und später in der Politik weiter seinen Weg
zu gehen.
Die Strafen die es in der Armee gab, waren nach heutigen Maßstäben gemessen,
barbarisch.
Wer betrunken war, der wurde auf ein Holzfass in der Mitte des Antreteplatzes gestellt
mit hinten gefesselten Händen und man hängte ihm ein Schild mit „Drunkjard“, also
„Säufer“ um den Hals. Missachtung der Dienstpflichten wurde mit Auspeitschen
bestraft, wobei sich die Anzahl der Schläge nach der begangenen Verfehlung richtete.
Der Angriff auf einen Vorgesetzten konnte unter Umständen mit der Hinrichtung des
Soldaten enden. Deserteuren wurde ein „D“ auf die Wange eingebrannt, oft schickte
man sie dann auch noch für einige Jahre in eine Strafkompanie.
In vielen Filmen sieht man in den Forts immer nur Kavallerie und nur wenig Infanterie,
in Wahrheit war dies je nach Lage des Postens verschieden. Wo große Strecken zu
überwinden waren, setzte man primär auf berittene Truppen.
In den Stätten des Ostens oder in stärker bevölkerten Gegenden war die Infanterie in
der personellen Überzahl.
Außerdem waren in fast jedem Fort einige Geschütze der Artillerie mit den
dazugehörigen Geschützmannschaften stationiert.
In den 1865 bis 1868er Jahren lag die Aufgabe der Armee noch primär in der
Befriedung und Verwaltung der ehemaligen konföderierten Staaten. Später verlagerte
sich das Einsatzgebiet in die ehemaligen Territorien, um die Indianer zu „befrieden“,
wie es in der damaligen Amtssprache hieß. Jedoch bereits 1866 fand das Fetterman
Massaker statt. Hierauf folgte sehr bald die Washita-Campaign. Das Fetterman
Massaker kann als der eigentliche Beginn der Indianerkriege angesehen werden. Viele
weitere Schlachten folgten, einige wurden von der Armee verloren, jedoch folgte in der
Regel sehr schnell eine Vergeltungsaktion seitens der Armee.
Der, sowohl für die Indianer wie auch für die Soldaten,
psychologische Höhepunkt wurde jedoch durch die Schlacht am
Little-Big-Horn erreicht, in der große Teile der 7ten US Kavallerie von
den übermächtigen Indianern vernichtet wurden, auch Bvt. Maj. Gen.
George Armstrong Custer überlebte dieses Gefecht nicht. Im
Anschluss folgten einige Strafexpeditionen, die viele Indianerstämme
fast ausrotteten.
Im Laufe der Jahre wurde die Armee auch immer wieder mit Forschungsaufgaben
durch die Regierung beauftragt und die Aufgabengebiete verlagerten sich für einige
Einheiten teilweise, von der reinen Kriegsführung, hin zu Landvermessung und
Forschung. Die Sicherung der Grenzen und der Schutz vor Angriffen der Indianer
waren jedoch immer noch eine der zentralen Aufgaben.