Warum suchte man nach Gold? Die Gründe hierfür waren sehr vielseitig, der eine wollte einfach nur sein Glück finden, der andere nur seinem Leben eine neue Wendung geben. Andere hingegen wiederum suchten das Abenteuer und die Gefahren, die eine solche Sache mit sich brachte, wieder andere sahen das Ganze nur als Geschäft an. Jedoch verband alle ein und derselbe Gedanke, nämlich reich zu werden. Wer waren also diese "Glücksritter"? Es waren ehemalige Cowboys, Arbeiter, Farmer, Angestellte, Kaufleute, Ärzte, Familien schickten ihre Vertreter, sogar Kirchengemeinden stellten Trupps für die Goldsuche zusammen. Hinzu kamen die armen Teile der Bevölkerung, die so versuchten reich zu werden. Natürlich waren auch genügend Abenteurer unter den Goldsuchern. Kurz, es war ein Querschnitt der Bevölkerung. Nicht nur aus Amerika sondern auch aus Europa und alle wollten an den Yukon zum Goldsuchen. Allerdings waren es nicht nur Neulinge die es an den Yukon zog. Es kamen auch Bergleute, Minenarbeiter, Ingenieure und anderes Fachpersonal die dann den Goldabbau im großen Stil betrieben. Wie war nun der Weg nach Dawson und zu den Goldfeldern? Es gab verschiedene Wege in den Norden. Der eine begann in Skagway, von da aus ging es dann neben dem Skagway River weiter. Dann musste der White Pass überquert werden, nun weiter nach Norden zum Lake Bennett. Der andere Weg begann in Dyea und folgte dem Dyea Trail bis zum berüchtigten Chilkoot Pass. Von hier aus ging es dann ebenfalls weiter zum Lake Bennett. Wer das nun geschafft hatte, dem stand der größte Teil noch bevor. Nämlich der lange Weg durch das Yukon Territorium nach Dawson zum Klondike. Die Reise war also nur bis zu den Ausgangshäfen relativ angenehm, ab hier ging es nun für sehr viele um das reine Überleben. Man kaufte ein was notwendig war und zog los. Der Goldsucher mit seinem Maultier wäre in dieser Hölle ohne ausreichende Ausrüstung schon nach wenigen Kilometern verstorben. Einige Details vom Chilkoot Pass: Der Weg war die meiste Zeit im Jahr von Eis und Schnee bedeckt, war das nicht der Fall, so war der Untergrund glitschiger Schiefer und alles war von Schlamm bedeckt. Hatte man das geschafft, stand man auf "The Scale" der Waage. Hier wurde das Gepäck erneut gewogen und von der NWMP, der North West Mounted Police kontrolliert. Wer nun hier durchkam, musste den steilen Hang hinauf steigen. Bei einer durchschnittlichen Maximallast von 25 Kilogramm, egal ob Mann oder Frau, musste die Besteigung bis zu 40 mal durchgeführt werden, denn pro Mann wog das mitzuführende Gepäck rund eine Tonne. Die Steigung betrug teilweise 35 Grad bei einer Strecke von 800 Metern. Selbstmorde, Erfrierungen und absolute Selbstaufgabe waren an der Tagesordnung. Auch starben Menschen während des Gehens an totaler Erschöpfung. Die gesamte Strecke von den Anlandungsstellen Skagway und Dyea bis nach Dawson zu den Goldfeldern war rund 880 Kilometer lang. Nur relativ wenige kamen über die Elchweiden von Norden her, denn hier waren Moskitos aus den Sümpfen die größten Feinde. Allerdings konnte man diese Strecke besser mit Wagen befahren, jedoch waren Eis und Schnee im Winter erbarmungslos und forderte viele Opfer. Wo fanden die Goldsucher das begehrte Edelmetall? Das Gold wurde nur in den wenigsten Fällen in den Claims direkt am Fluss gefunden. Am häufigsten waren die Claims, die etwa 50 - 100 Meter vom Yukon entfernt waren. Denn in grauer Vorzeit war der Yukon River wesentlich breiter und damit auch tiefer. Hier lagerte sich das Gold ab und wurde dann von Erde und Gestein im Laufe der Jahrmillionen überlagert. Als nun die Goldsucher am Ende des 19ten Jahrhunderts hier Gold suchten, mussten sie tiefe Stollen in den Berg oder genauer in die Hänge seitlich des Yukons treiben. Der goldhaltige Sand und das ebenfalls goldhaltige Geröll wurde dann am Yukon ausgewaschen. Bei der Claimvergabe wurde jedem Goldwäscher, der nicht direkt am Fluss war, ein Wasserzulauf garantiert, denn nur so war es möglich, dass man auch alles auswaschen konnte. Wie und wann "wusch" man das Gold aus? Im Sommer war es verhältnismäßig einfach. Man brauchte nur das Geröll zu sieben, dann in einen Rütteltrog oder in eine Waschrinne zu geben und schon konnte man mit dem Auswaschen beginnen. Im Winter sah die Sache schon ganz anders aus. Da der Yukon an den Ufern immer und der Rest sehr häufig zugefroren war, beschränkte man sich auf die Tätigkeit des reinen Geröllabbaus. Als erstes machte man ein großes Feuer an der Stelle, an der man einen Stollen anlegen wollte. Nach mehreren Stunden waren dann einige Zentimeter des gefrorenen Bodens aufgetaut. Jetzt transportierte man den nun weichen Sand und das Geröll auf einen dafür zuvor auf dem Claim ausgesuchten Lagerplatz. Dann machte man an derselben Stelle wieder ein Feuer wartete usw., usw. Mit dem Auswaschen konnte allerdings erst im Sommer begonnen werden. Wie hoch war nun die Wahrscheinlichkeit, Gold zu finden? Die Chance, Gold zu finden, bestand in der Regel für jeden. Das Problem war es lediglich auch genug zu finden. Die Realität sah sehr ernüchternd aus. Die meisten Claims waren nämlich absolut wertlos und viele Goldsucher konnten sich von dem gefundenen Gold noch nicht einmal die Rückfahrt zu Frau und Kindern leisten. Viele Goldsucher hatten wenig als sie kamen und noch weniger als sie gingen. Denn eine gebräuchliche Art, sich sein Leben in Dawson zu finanzieren, war es, Anteile oder manchmal auch ganze Claims an Kaufleute oder Geldgeber abzugeben. Diese verkauften dann die Claims an neue Goldsucher.